Maja Sterns Flirt-Blog

Mein ganz privater Flirt Blog

Mein letzter Gedanke hat mich sehr, sehr lange beschäftigt. Er hat mich praktisch verfolgt. Selbst wenn das Ganze funktionieren sollte, das ist ja noch nicht das Ende der Geschicht’. Das Ende der Geschicht’ kann ganz verschieden aussehen:
Einer verliebt sich. Einer findet jemand anders, inden er sich verliebt.
Einer findet einen besseren Friend With Benefits. Einer hat einfach keine Lust mehr. Und dann? Leidet man dann an denselben Liebeskummersyndromen wie nach dem Ende einer langjährigen Beziehung? Hat man dieselben Entzugserscheinungen? Und will man mit dem Friend With Benefits nicht erreichen, eben diesen Kummer nicht noch mal empfinden zu müssen? Am Ende kann man Freunde genauso wenig festhalten wie Beziehungen. Und sobald man klammert, ist so oder so Ende. Also – was passiert, wenn man Friends Without Benefits wird? Lohnt sich der Weg überhaupt? Habe ich umsonst von den wilden Flirt-Tagen abgeschworen, weil mein neuer Plan genau so miserabel ist? Urgh! Es regt mich so auf! Egal, wie man es anstellt, man schafft doch nicht, Glück in einer Beziehung zu finden. Klar, man muss am Ende glücklich mit sich selbst sein. Aber ich hätte schon gerne eine starte Schulter zum Anlehnen. Friends Without Benefits. Ex-Friends With Benefits. Ich hasse amerikanisierte Wörter, aber das System ist so außerirdisch, dass ich diesen Namen einfach akzeptieren muss. Und was ich noch mehr hasse, ist, dass ich meine eigenen Pläne andauernd widerlegen muss. Ich glaube, ich denke zu viel. Das Leben wäre wesentlich einfacher, wenn ich einfach genießen würde. Oooh. Und mal was riskieren würde. ?

Nachdem ich mich nochmals besinnt habe, und entschlossen habe, nicht mehr wie ein wildes Hühnchen den Männern hinterher zu rennen (sie kommen ja doch nicht), habe ich überlegt, wie man das Single Leben erträglicher machen kann. Schließlich haben wir alle unsere Kuschelbedürfnisse.
Die Frage ist – finden wir auch wirklich jemanden zum Nur Kuscheln? Oder müssen wir Frauen für den Teil auch etwas mehr hergeben, da Männer bekanntlich nicht unbedingt kuschelig sind? Ich bin ganz verzweifelt. Mir fehlt einfach die Nähe einer Partnerschaft, aber ich muss sagen, dass ein One Night Stand überhaupt nicht dem entspricht, was ich mir zur Zeit wünsche. Es ist so, so traurig.
Und selbst wenn man einen passenden Kandidaten findet – im Sinne von, gutaussehend genug, um morgens neben ihm aufzuwachen, charakterlich vertrauenswürdig, aber doch nicht so toll, dass man sich in den Guten verliebt – wie stellt man es dann an, danach zu fragen? „Entschuldige bitte, ich mag’ dich ganz gerne…“ Spätestens nach diesem Satz rennt er doch schreiend davon, weil er die Einladung zu einem Date erwartet. Und wenn er das nicht tut, kommt man in die Bedrängnis, weiterzusprechen. „Vielleicht könntest du mal die Nacht bei mir verbringen? Ohne… mit mir zu schlafen?“ Mein Gott, ich glaube, die Männerwelt hat noch niemals etwas so seltsames, dummes erlebt, wie das, was ich hier gerade fabriziere.
Es ist aber so! Frauen suchen Kuschelpartner! Ich behaupte, mehr als die Hälfte hätte gerne so einen Mann an ihrer Seite. Und es ist halt nicht jede scharf darauf, gleich als Matratze zu fungieren.

Ich habe entschlossen, die Männerwelt genauer unter die Lupe zu nehmen. Genau genommen, wie sie mit der Frauenwelt zusammen funktioniert. Es wird ja andauernd gesagt, wie furchtbar schlecht es doch ist, dass es diese reichen Schnösel gibt, die sich hübsche, recht junge Frauen an ihre Seite schaufeln. Naja. Vielleicht hat das ja auch einen Grund? Und zwar einen guten Grund?
Am Ende können wir Frauen doch eines besonders gut. Gut aussehen. Nicht umsonst hat Mutter Natur uns zum schöneren Geschlecht gemacht. Ein bisschen lächeln hier, ein bisschen gerade sitzen dort, und schon sind wir „heiße Bräute“ bei den eleganteren Vertretern der männlichen Rasse. Nicht umsonst gibt es Douglas! Nicht umsonst gibt es Schminke! Oder Parfums!
Das alles wurde doch kreiert, um Männer zu betören. Folglich ist es eine der sichersten Optionen, einen Mann zu halten – indem man stets und immer seinen „Anforderungen“ entspricht. Als würden Männer wirklich Wert darauf legen, dass wir intelligent sind. Oder halbwegs gescheit. Besser fühlen sie sich immer, wenn sie überlegen sind. Vielleicht sollte ich länger mal auf solch einer Schiene fahren? Als Gegenzug zu meinem attraktiven Selbst verlange ich ja lediglich, dass ich zum Essen ausgeführt werde (ER bezahlt natürlich), dass ich mal zum Shoppen mitgenommen werde („hier, Schatz, kauf’ dir, was du brauchst“) und dass ich ansonsten einfach nur hübsch aussehen muss. Viel sagen stört die meisten doch sowieso.
Warum nicht einfach Rumhacken auf einem Stereotyp? Warum nicht einfach ausprobieren, wovor alle sich fürchten, weil es als „unmoralisch“ gilt? Was ist Moral schon, wenn man einsam ist…

Ja, wie macht man das eigentlich? Wie ist man nett zu sich selbst? Und was ist dran an „Du kannst erst jemand anders lieben, wenn du dich liebst?“ Ich hab’ mich immer wieder gefragt, ob das denn überhaupt stimmt. Es ist viel einfacher, jemand anderem Fehler zu verzeihen, als sich selbst. Deshalb ist es auch einfacher, jemand anders zu lieben, und eben nicht zuerst sich selbst. Und ist der Umgang mit sich selbst, wenn er denn gut ist, direkt ein Schlüssel zum Erfolg?
Ich weiß’ gar nicht so recht, wohin mit mir selbst. Mittlerweilen finde ich die Idee, mir jemanden „Krallen“ zu müssen, schwachsinnig. Was soll ich denn damit, viele Telefonnummern in meinem Handy gespeichert zu haben? Was soll ich mit haufenweise dummen Männern, die ich eh nur ausnütze, um mein Ego zu verbessern?
Aber was will ich dann? Das ist alles einfach nur unfair. Egal, wie man es macht, es ist verkehrt. Egal, was man mit anderen Menschen zu tun hat – naja, … am Ende passt einem doch etwas nicht. Falsche Krawatte. Falsches Parfum. Falscher Tonfall zu einer bestimmten Tageszeit. Falscher Partner. Vielleicht doch nur bei sich selbst bleiben?
Und wie eingeschränkt ist das Leben denn dann? Es ist furchtbar, ich weiß zur Zeit weder ein noch aus, und habe auch euch keine Ratschläge zu geben. Ich weiß nur, dass es nichts bringt, wahllos Nummern hinterher zu jagen. Nach einer Weile macht es einfach keinen Spaß mehr. Gar keinen. Und was mache ich jetzt?

… an der Wand. Wer ist das ratloseste Mädchen im ganzen Land? Bei dem Versuch, zurück zu mir selbst zu finden, stand ich dann heute vor dem Spiegel und habe darüber nachgedacht, was ich an mir überhaupt mag und was nicht. Würde ich eigentlich etwas verändern, oder alles so lassen, wenn ich die Wahl hätte? Wenn nämlich ein Bond auftaucht und ich das Bond Girl werde, muss ich doch wissen, wie ich zu Schönheitsoperationen stehe.

Erste Falten habe ich auf jeden Fall. Die Frage ist nur, ob ich graziös altern möchte, oder der Zeit ein Schreibchen abschneide und sie auf mein Gesicht modelliere. Und ob ich dann über mein Alter lüge.

Was ist eigentlich das Anziehende an Frauen, die jünger aussehen, als sie sind? Am Ende sind sie doch alle geliftet (wenn sie denn auch reich sind), und der Geburtstag wird einfach weggemogelt. Wie zum Teufel kommt eigentlich so ein Gespräch zwischen Eheleuten zu Gange? „Schatz, reichst du mir mal die Butter? Ach, übrigens – sag’ mal, findest du, ich sollte mir mal das Gesicht liften lassen? Würdest du mir das gönnen?“ – „Hier, mein Spätzle. Aber sicher würde ich dir das gönnen! Wenn du schon dabei bist, lass’ dir doch auch bitte die Brüste straffen. Wir wollen ja nicht zwei Narkosen bezahlen, wenn wir das ganze auch nach einer haben können!“ HAH, und da wären wir schon wieder beim Thema Eheleute und Respekt und Liebe. Liebe, Liebe, Liebe. Sie ist überall. Wie konnte ich so blöd sein und „bei mir“ bleiben wollen?

Ich war auf einer Party. (Jetzt aber auf einer richtigen Party) Genaugenommen war es eher eine Art Society Event, und ich benutze jetzt dieses grässlich nichteingedeutschte Wort, um deutlich zu machen, dass es dabei um etwas „Höheres“ als einen einfachen Besauf-Discobesuch ging.
Meine Freundin Beate (so wie Uhse, das arme Mädchen hat es wirklich schwer getroffen) ist ein kleines eifriges Eichhörnchen, was beliebte und wohlhabende Kontakte angeht. Sie kennt sehr, sehr viele Leute, und weil sie immer freundlich ist und regelmäßig Prada Handtaschen erwirbt, mögen die Leute auch sie. Jetzt hat sich einer ihrer Deppen ausgedacht, auch mal mit dem „normalen Volk“ Kontakt aufzunehmen und hat sie überredet, einige Normalsterbliche einzuladen. „Putzibärchen, du musst wirklich mal raus aus deiner Wohnung! Du verkalkst mir hier noch!“ (ACH?!) Also habe ich mich auf die wir-beglotzen-arme-Leute-und-tun-so-als-wäre-es-Charity-Party schleppen lassen. Wer weiß, wer weiß, vielleicht interessiert sich ein reicher Schnösel für meine Nichtigkeit? (Dafür erniedrigt man sich sogar und geht zu solch einem Event…)
Kaum angekommen machte ich die größte Entdeckung des Jahrhunderts. Eheleute schmissen die Party mit viel Champagner, wobei man am Anfang nur den Ehemann kennen lernte – sieht nach sehr viel Macht aus. Und dann betrat SIE das Zimmer. SIE war mit Abstand das schönste weibliche Wesen, das ich jemals zu Gesicht bekommen habe – leicht geheimnisvoll, untertönig rebellisch und dabei sehr zart. Verlogen und gleichzeitig ein Engel. Irgendwie undurchschaubar, aber sehr, sehr faszinierend. Der Effekt wurde noch gesteigert durch ihren Ehemann. Was für ein Bond-Girl. Was für ein Effekt. Ich will das auch.

Gerstern war Julias Verlobungsparty. Ich dachte immer, so etwas gebe es nur in amerikanischen Filmen und der Serie Sex and the City. Nein, es gibt sie doch. Oder ich war bisher einfach in dem falschen Genre von Freundschaften, die alle nur Paare und nicht heiratswütige Singletöter waren. Ich fühle mich nämlich eindeutig eingeschüchtert.
Langsam fangen sie alle an, ihre Schafe in ihre Ställe zu bringen, alles gut vor Regen abzudichten und Futter zu kaufen. Das scheint zu ihrem einzigen Hobby zu mutieren. Hätten sie nicht einen scheußlichen „Hauptberuf“, so würden sie sich den ganzen Tag damit beschäftigen, nur mit anderen Pärchen auszugehen und darüber zu diskutieren, was sich steuerlich jetzt alles ändern würde. Ich SingleFreak bin jetzt viel uninteressanter für Julia geworden. Ich kann ihr weder bei der Hochzeitsplanung helfen (ich bin so tollpatschig und verplant, ich glaube, es ist auch gut so), noch kann ich ihr wertvolle Tipps geben, wie man die Ehe möglichst lange friedlich aufrecht erhält.
Die Party war natürlich furchtbar. Ich bin sicherlich nicht ihre einzige Single-Freundin, aber die Anzahl der glücklichen Paare hat mich wirklich wie ein Hammerschlag getroffen. Wie ich bereits sagte: meine biologische Uhr tickt. Aber gestern hat sie verdammt laut getickt. Und mit den Babywünschen hält sich ja auch niemand zurück.
Ich dachte WIRKLICH, so etwas gebe es nur im amerikanischen Fernsehen! Für den Horror musste ich nicht den Fernseher anschalten, dafür musste ich lediglich meine Freundin besuchen!
Hilfe… ich stecke in einem Alptraum fest… und der bin ich selbst und mein alternder Körper.

Ich habe dann gestern beschlossen, meine Anstrengungen zurückzuschrauben. Wenn der Hund nicht zum Knochen kommt, muss er halt darauf warten, dass ein Wunder passiert und dem Knochen plötzlich Beine wachsen. Diese sollte er dann dazu benutzen, zum Hund zu kommen und nicht einen neuen Staat mit anderen Knochen zu bilden. (Was in diesem Falle ein Äquivalent dafür wäre, dass sich Mr. Right für mich entscheidet und nicht für meine gutaussehende beste Freundin… ich habe schon Pferde kotzen sehen)
Spontan bin ich dann spazieren gegangen. Vielleicht ist ein bisschen Zeit mit mir alleine (ohne Männergedanken) gut? Entspannung soll ja bekanntlich den einen oder anderen Berg versetzen. Außerdem habe ich es satt. Ich habe nicht die Enttäuschung satt, sondern die ständigen Grübeleien, die mich ja doch zu keinem Ende führen. Ich fürchte, ich habe mich in etwas verrannt. Ich muss mehr an meinem täglichen Verhalten ändern, als an meinen Flirt-Strategien. Und das habe ich dann mit dem Spaziergang getan!
Ich habe es genossen, und hab’ versucht, nur „bei mir“ zu sein. Natürlich hat es nicht so gut geklappt. Aber es war ein Anfang. Dann habe ich die frische Luft genossen (immer noch ein bisschen krank, also natürlich mit Schal und Handschuhen), habe den Teich angeschaut, habe mich an Bäume gelehnt und die verschiedenen Perspektiven auf die Natur genossen. Es war einfach nur Ruhe. Und dann kam ein außergewöhnlich gutaussehender Mann mit seinem Hund vorbei und lächelte mich verschmitzt an.
Wie erstaunt ich darüber war! Und wie erstaunt ich über mein eigenes Erstaunen bin… ist es doch genau das, wovon ich gesprochen hatte.

Liege heute krank im Bett und habe keinerlei Möglichkeiten, meine „positive Energie“ zu entfalten. So ein Mist aber auch. Maja, Maja, Maja… was machst du denn wieder? Wie sollst du unter die Haube kommen?
Dabei will ich nicht gleich unter die Haube. Ein bisschen Spaß wäre auch okay. Aber wo ich gerade so viel… „Freizeit“ habe, grübel’ ich schon wieder vor mich hin. Diesmal denke ich über Treue nach, ein Thema, bei dem man niemals zu Ende denken kann. Ich habe nämlich letztens erst ein Buch gelesen, in dem die Untreue eines Mannes als Charakterschwäche dargestellt wurde und nicht als grundlegendes Problem. Ich meine: Hey! Was soll das? „Sie sind nun mal so!“ ist doch keine Ausrede! Wie sauer wäre ich auf meinen Freund, wenn er fremdgehen würde… und dann wie sauer erst recht, wenn er es schon wieder tun würde! (Gesetz dem Fall, dass ich dann überhaupt noch mit ihm zusammen wäre) Irgendwie schwimme ich absolut an der Moral meiner Zeit vorbei. Meine Zeit hat überhaupt keine Moral. Ist das etwa die neue Moral?
Jetzt ist Anpassung gefragt. Riskiere ich haufenweise Geschlechtskrankheiten und suche mir einen normalen Mann, oder suche ich jetzt wirklich Ewigkeiten nach Mr. Right? Auf Genitalherpes habe ich irgendwie keine Lust. Und den kann man auch nicht behandeln. So ein Mist … aber auch … naja. Also, was will ich? Was ist Treue heute überhaupt noch? Und warum sollte mir etwas wichtig sein, das mich kaputt macht, weil ich es heute scheinbar nicht mehr bekommen kann?

Als ich meinen Ex in meinem letzten Blogeintrag hier erwähnte, musste ich mich augenblicklich an ihn erinnern. Und an den ganzen Bereich „Sex mit dem Ex“. Und an alle Rachepläne. (Die dann doch nicht ausgeführt wurden…) Ich habe mit meinem Ex heute überhaupt nichts zu tun. Leider hat er doch so einige Spuren auf meinem Charakter hinterlassen. Und da alle Ex rigoros ihre Abdrücke auf der armen Seele ihres Opfers hinterlassen, ist Flirten besonders gefährlich. Was passiert, wenn man an den „Falschen“ gerät? Und zwar an den, der vor zwei Wochen seine Ex mit einem anderen erwischt hat. Oder den, der jahrelang von seiner Ex angelogen wurde. Da kommen plötzlich ganz neue Neurosen ins Spiel!
Außerdem gibt es noch andere gefährliche Sachen. Mein roter Pulli, zum Beispiel. In diesem Pulli habe ich meinen Ex kennen gelernt. Ich muss jetzt nicht auch noch extra erwähnen, dass die Sache mit uns schlecht ausgegangen ist, oder? Auf jeden Fall mag ich diesen roten Pulli nicht. Und was passiert, wenn ich meinen Dreamguy treffe, und einen … grünen Pulli trage – den seine Ex auch getragen hat, an dem Tag, als sie sich kennen lernten – oder an dem Tag, als er ihr den Heiratsantrag machte, und sie mit „nein“ antwortete?
Es ist alles voll mit Mienen – der ganze Weg in den Himmel ist übersät mit tückischen Fallen, die wir gar nicht umgehen können, weil wir sonst den gesamten Tag mit Nachdenken beschäftigt sind. Der „Ex“ wird dementsprechend niemals aus meinem Leben verschwinden… und die Ex anderer Männer hat es jetzt schon geschafft, mir den Weg zu genau diesen zu blockieren. Ich mag nämlich grüne Pullover.