Das neue Jahr ist nun schon wieder zwei Tage alt und trotzdem fühlt es sich an wie das alte. Die Wohnungssuche stockt ebenso wie meine Liebesbemühungen um Paul. Die haben natürlich nach diesem katastrophalen Silvesterabend einen herben Dämpfer erlitten. Da ich Paul kenne und weiß dass er stur ist, weiß ich auch, dass er von sich aus sich nicht melden wird. Er wartet jetzt auf eine Entschuldigung von mir, dafür dass ich ihn ziemlich derbe behandelt habe. Wobei ich immer noch nicht weiß, ob er das nicht alles provoziert hat. Denn musste Mr. Oberschlau nach meiner Verletzung auf dieses Austernmesser hinweisen, hätte er nicht einfach helfen können und zu mir sagen können „Schatzi, das ist doch viel zu gefährlich. Mach‘ es beim nächsten mal bitte mit einem Austernmesser“, nachdem meine blutende Wunde versorgt hat? Nein! Er musste mich kritisieren und das zeigt mir wohl, dass er nicht dasselbe für mich empfindet, was ich für ihn fühle. Deshalb glaube ich, dass unter diese Sache endgültig ein Schlussstrich gehört wie unter das alte Jahr. Immer noch starre ich teilweise minutenlang mein Handy an und überlege, ob ich nicht den ersten Schritt machen sollte. Doch je länger ich überlege, desto besser erscheint es mir, dass ich es nicht tun sollte und stattdessen versuchen sollte Paul aus meinen Kopf zu verscheuchen. Aber wenn das bloß so einfach wäre –Gefühle kann man nun mal nicht abschalten. Aber ich muss es versuchen und der werde jetzt andere Prioritäten setzen, mich in meine Wohnungssuche stürzen und vielleicht finde ich in einem neuen Umfeld ja auch neue Ansätze für eine neue Liebesbeziehung…
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