Ich sitze gerade in der Cafeteria, direkt gegenüber von meiner jetzigen Wohnung und begutachte die ganzen Leute die vorbeigehen. Wie viel Zeit ich hier verbracht habe, fast mein halbes Leben. Viele meiner Freunde sind weggezogen, doch ich konnte mir eigentlich nie vorstellen, diesen Ort zu verlassen. Ich schaue mir immer so gern die älteren Leute, und die Kinder an, die in den Straßen herumlaufen. Ich finde es interessant zu wissen, das die Alten soviel Erfahrung haben und vielleicht auch das ganze Leben hier verbracht haben, der Mann oder die Frau gestorben ist, und jetzt bald das Grab auf sie wartet. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Die Kinder wissen von so was noch gar nichts. Sie laufen durch die Straßen, spielen, fallen hin und stehen wieder auf. Die Älteren Leute können das nicht mehr, sie sind in ihrem Leben schon sooft hingefallen und wieder aufgestanden, dass das Aufstehen irgendwann nicht mehr funktioniert. Normalerweise sollte ich hier sitzen, in der Zeitung blättern und Wohnungsannoncen studieren, aber ich finde es so schön, die Sonne lacht draußen und von meiner gestrigen Depression ist gar nichts mehr zu merken. Ich finde den Schnee auf einmal wieder so schön, gar nicht mehr kalt, wie er einst auf mich wirkte. Es fällt mir schwer. Wenn ich eine Wohnung bekommen sollte, in einem ganz anderen Ort, so bin ich gezwungen, mich von all dem zu trennen, den ganzen lebhaften Erinnerungen. Ich werde mich heute Abend hinsetzen und nach einer geeigneten Wohnung Ausschau halten, aber noch nicht. Noch genieße ich meinen Kakao und das schöne Wetter. Mir ist so, als könnte ich den Wind riechen. Mein Leben ist auf einmal so schön, so lebenswert, fantastisch. Aber bevor ich mich Neuem widmen kann, muss ich mit dem was war, mit meiner Vergangenheit abschließen. Denn irgendwann, im Leben jedes Menschen heißt es einmal: Time to say goodbye
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