Ich habe ihm meine Nummer gegeben. Ich bin ewig in meinem Badezimmer auf und ab gelaufen, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, jetzt bald doch endlich ein bisschen mehr Wahrheit über Le Boy zu erfahren. Naja. Dann habe ich mir die Füße gepeelt, mir French Manicure gemacht, ein Brot mit Avocado-Creme gegessen, durch den Fernseher gezappt, meine Fenster geputzt, meinen Schreibtisch sauber sortiert – nichts da. Kein Anruf. Nicht mal eine SMS. Absolute Totenstille. Dann habe ich mir eine Flasche Wein aufgemacht und vor mich hingestarrt.
Ist Le Boy vielleicht ein genauso großer Flopp wie alle anderen? Ich meine, er besitzt ein * männliches * Geschlechtsorgan, was schon darauf hindeutet, dass wir psychologisch gesehen nicht kompatibel sind. Oder hat da jemals eine Frau etwas Anderes erlebt? Jetzt bin ich schon wieder bei meinen ganzen Vorurteilen. Na ja, nachdem ich dann Urzeiten lang die Wand angestarrt hatte, habe ich mir ein Bad einlaufen lassen und meine hübschen Badeperlen reingetunkt. Gerade, als ich nackt war und in die Wanne steigen wollte, hörte ich das Telefon in meiner Küche klingeln – und war absolut nicht gut gelaunt dabei.
Es war Le Boy. Gerade, als ich feststellte, dass seine Stimme die eines Rentners war und auch ein leises Parkinson-Zittern hatte, blickte ich auf meinen Fußboden und sah eine riesige Spinne, die quer durch meine Küche krabbelte. Wunderbar. Ich war nicht nur nackt, frierend, schlecht gelaunt mit einer French Manicure, die vom Putzen wieder halb ab war – sondern auch noch im Begriff, meine ganzen Hoffnungen über Bord zu werfen UND in Kompanie einer Spinne.
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