Seit Tagen schneit es. Für meine Heimat ist das sehr ungewöhnlich, immerhin liegen wir nicht gerade hoch. Am Anfang habe ich mich ja noch über die zahlreichen Flöckchen gefreut. Immerhin ist es ja eine Seltenheit, dass bei uns Schnee fällt, nun, naja, ich kann die weiße Pracht bald nicht mehr sehen. Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, schneite es und wahrscheinlich hat es das auch die ganze Nacht getan. Genervt ziehe ich mir meinen dicken Mantel an und setze eine knuffige Wollmütze auf. Doch das Problem sind nicht Mantel und Co. Vielmehr sind es die Schuhe. Ich bin ehrlich – ich habe einfach nicht das passende Schuhwerk für diesen Winter. All meine Stiefel haben einen entsprechenden Absatz, immerhin möchte ich attraktiv aussehen, wenn ich mich auf die Straßen begebe. Auch heute entscheide ich mich für Schuhe mit einem wunderschönen Pfennigabsatz. Ein wenig fröhlicher stiefel ich die Treppen hinab und öffne die Haustür. Noch ehe ich mich versehen, oder besser noch eher als ich reagieren kann – kratschbum – liege ich auf der Straße. Ich versuchte elegant zu fallen, doch das war nicht möglich. Liegend versinke ich im Selbstmitleid. Meine Tränen kann ich gerade zurückhalten, als mir plötzlich eine Hand entgegengestreckt wird. Wie selbstverständlich greife ich nach der Hand. Vorsichtig zieht mich die Hand nach oben und auch beim Aufstehen beginne ich zu rutschen, doch die Hand mit dem schwarzen Handschuh kann ich mich halten. Als ich stehe, blicke ich diesem Menschen in die Augen. Es ist ein junger Mann, mit einem ungemein großen Charme. In meinem Bauch beginnt es zu kribbeln. Habe ich mich neu verliebt?
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