Ich glaube, dass ich in einem Horrorfilm gelandet bin. Ich habe Le Boy die besagte E-Mail geschrieben und es kam etwas zurück, das viel zu … viel zu gut war. Zu gut zum Ernstnehmen. VIEL zu gut.
„Liebe Maja,
es macht gar nichts, dass du Angst hast vor dem, was vor uns liegt. Ich habe auch oft Angst, etwas Falsches zu sagen und irgendwelche Gefühle auszulösen, deren Auswirkungen unabschätzbar sind. Offensichtlich habe ich dich in eine missliche Lage gebracht durch mein Verhalten – und es tut mir aufrichtig Leid. Wahrscheinlich war ich zu sehr damit beschäftigt, meinen eigenen Charakter preiszugeben in der Hoffnung, bei dir auf Gefallen zu stoßen – anstatt meine Ohren aufzustellen und durch Zuhören zu erfahren, wer DU eigentlich bist.
Ich hoffe innigst, dass dies nicht unser letzter Kontakt war. Entschuldige bitte.“
Oh mein Gott! Oooh mein Gott! Ein Mann, der Kritik vertragen kann. Ein Mann, der Kritik gleich umsetzen kann! Oh mein Gott, er ist bestimmt schwul!
Warum antwortet ein schwuler Mann auf eine heterosexuelle Anzeige? Und sollte ich ihn endlich anrufen? Sollte ich vielleicht einfach so viel Mut zur Ehrlichkeit (oder auch zur Lüge) einfach belohnen und meine Nummer hinterlassen – in der nächsten Mail – und abwarten, was passiert? Einen Schritt nach vorne wagen, oder es doch lieber lassen?
Viel schlimmer kann es ja nicht werden.
Übrigens, was die anderen Männer betrifft – ich habe ein paar Perlen heraussortiert, die ich nebenbei noch hüte. Aber es hat sich keiner als Prinz im Fröschköniganzug herausgestellt. Sie sind am Ende alle recht einsiblig, gleich und langweilig.
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