… findet mal ein Korn. In diesem Falle sollte man eigentlich nicht so gemein scherzen – und normalerweise mache ich mich weder über geistige, noch körperliche Behinderungen lustig. Aber der Vergleich ist einfach perfekt: ich habe noch nie ein passendes Körnchen gefunden, obwohl ich immer dumm in der Gegend herumgepickt habe! Es scheint so, als hätte ich es gefunden. Na ja, dann ist mein Körnchen halt blind. Es macht ihn umso glaubwürdiger, weil er ja wohl kaum in mein Aussehen verschossen sein könnte. (Wobei ich das Wort „verschossen“ abgrundtief verabscheue…)
Irgendwie ist er auf viele Arten und Weisen ‚anders’. Er hat angerufen und dabei nicht lange auf sich warten lassen – das ist ein ausgezeichnetes Zeichen. Er macht mir Komplimente, die ich von anderen Männern noch niemals bekommen habe – zum Beispiel mag er mein Lachen gerne, wenn ich gleichzeitig empört über den Witz bin. Oder er sagt, dass ich besonders schmale Handgelenke habe. Er sieht Dinge, die für Otto Normalverbraucher einfach nicht existieren. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich völlig hin und weg bin. Und er sagt, er könne gut kochen. Na wunderbar! Den müsste man sich doch gleich krallen!
Andererseits habe ich gleichzeitig Angst vor ihm. Weiß er, auf wen er sich einlässt? Bin ich überhaupt die Richtige für ihn? Ich weiß selbst nicht einmal, wie ich „damit“ zurechtkomme – wie soll er dann mit meinem Zurechtkommen etwas anfangen? Es ist auf eine Art und Weise kompliziert, die ich auch noch nie erlebt habe. Vielleicht ist das etwas Neues? Etwas gutes Neues?
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