Maja Sterns Flirt-Blog

Mein ganz privater Flirt Blog

Mit meinen Unterlagen unterm Arm bin ich losgezogen, zu meinem „persönlichen Gespräch“, also in meinen Augen zu einem Vorstellungsgespräch und meine Nervosität war natürlich mit an Bord. Gut ich kam ein paar Minuten zu früh an, doch das ist ja immer noch besser als zu spät. Nun sitze ich hier, in dieser Empfangshalle, warte dass ich aufgerufen werde. Zielstrebig lege ich mir einige Sätze zurecht. Eigentlich spielt sich das Vorstellungsgespräch bis ins kleinste Detail in meinem Kopf ab, wenn ihr versteht was ich meine. „Frau Stern, kommen Sie bitte!“. Langsam stehe ich auf, ich habe hohe Schuhe an, oh Gott hoffentlich stolpere ich nicht. Nervös zupfe ich an meiner Jacke und folge der etwas, naja sagen wir mal, autoritär aussehenden Dame in Schwarz. „Nehmen Sie doch bitte Platz“, die gute Frau zeigt energisch auf einen Stuhl. Selbstverständlich sage ich ganz vorbildlich danke, aber wenn ich ehrlich bin, erinnert mich diese Frau ein wenig an einen wahren Drachen. Auf jeden Fall ist sie arrogant. Mit ihrem strengen Blick mustert sie mich und meine Kleidung – von oben nach unten und von unten nach oben – ich komme mir vor wie bei einer Fleischbeschauung, aber gut, auch das lasse ich über mich ergehen. Ihre Fragen löchern mich förmlich. Warum haben Sie sich bei uns beworben? (Na warum wohl, wegen dem Geld natürlich – keine Angst, das sind nur meine Gedanken). Nun greift sie auch noch zu meiner Bewerbungsmappe. „Naja, ihr Abschlusszeugnis ist ja nicht gerade das Beste!“ Energisch rückt sie ihre Brille nach oben. Nach minutenlangen Überlegungen fällt mir ein, an wen mich diese Frau erinnert – an Frau Rottenmeier aus dem Trickfilm Heidi. Die Beiden könnten glatt Zwillingsschwestern sein.

Nach einer kurzen Vorstellung am Telefon hat mich das Unternehmen zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. „Bitte bringen Sie Ihre Referenzen und Zeugnisse mit Frau Stern“, immer wieder geht mir dieser Satz durch den Kopf. Wenn ich ehrlich bin, weis ich nicht warum, doch das Jobangebot hört sich richtig interessant an. Heute ist es nun endlich soweit. Punkt 14 Uhr muss ich mich bei dem Unternehmen vorstellen. Natürlich habe ich meinem Mister Right davon erzählt und auch er fand die Idee gar nicht so übel. Nun liegt es aber an mir, dass ich das Beste daraus mache – wie immer also. Ich sammele alle meine Unterlagen zusammen, werfe einen Blick auf meine Zeugnisse und mal ehrlich, wenn ich Arbeitgeber wäre, ich würde diese nicht gerade als ansprechend werten, aber egal – ich habe den Termin und da muss ich auch durch. Nun stehe ich aber vor einem der wohl größten Probleme: Ich brauche das passende Outfit. Immerhin muss ich seriös, aber eben auch nicht zu aufdringlich wirken. Suchend und verzweifelt stehe ich vor meinem Kleiderschrank – ich habe nichts, aber wirklich gar nichts anzuziehen. Bimelebimbim… es klingelt. Wer ist denn das schon wieder? Wenn ich eines nicht gebrauchen kann, dann ist es Besuch. Ich muss mich doch noch anziehen. Meine beste Freundin steht vor der Tür – gut okay, sie könnte sich wirklich als wahre Hilfe entpuppen. Ich bekomme kaum ein Hallo heraus und ziehe sie aufgeregt zu meinem Schrank. „So was soll ich anziehen zu meinem Termin?“. Ein wenig entgeistert schaut sie mich an und grinst. Sie hat einen Plan, das sehe ich ihr an. Kurz darauf: zack, zack und nochmals zack: ich bin angezogen. Doch nun kommt die Aufregung. Werde ich einen guten Eindruck hinterlassen?

Eigentlich komme ich mir vor wie im Traum. Ich genieße mein Leben in der eigenen Wohnung in vollsten Zügen und anscheinend habe ich nun auch meine große Liebe gefunden. Mister Right ist charmant, liebevoll und ehrlich. Nach dem gemeinsamen Frühstück treffen wir uns nun regelmäßig. Aber auch wenn es so scheint, als komme mein Leben in die richtigen Bahnen, bin ich noch nicht voll und ganz zufrieden. Immerhin habe ich immer noch diesen scharchigen Job im Call Center und der ist nun wirklich nicht die Erfüllung. Nach einer Überdosis Koffein überschlagen sich die Gedanken und Ideen in meinem Kopf. Wie kann ich schneller und vor allem spaßiger Geld verdienen? Lohnt es sich zu kündigen? Ich wiege die Vor- und Nachteile ab und beim Blick aufs Konto wird mir klar, dass ich es mir nicht leisten kann ohne Arbeit in den Tag hinein zu leben. Auch wenn, seien wir doch mal ehrlich, viele Deutsche das so machen. Nach wenigen Minuten mache ich mich auf den Weg zum nächsten Kiosk. Ganz selbstverständlich geht meine Hand zur aktuellen Tageszeitung. Auch wenn  mir diese eigentlich zuwider ist und ich keinerlei Interesse an diesem undurchsichtigen und schon irgendwo sinnlosen Papier habe, bezahle ich brav das Geld. Es ist Donnerstag und die Zeitung ist voll mit Jobangeboten. Eines springt mich fast vollkommen an: Fachkraft für umfangreiche Bürotätigkeit gesucht, Bezahlung nach Tarif, Eintritt schnellstmöglich usw. usw. Ich spreche mir Mut zu und greife zum Telefon. Tuuut, tuuut… es klingelt (oh mein Gott, ist das wirklich die richtige Entscheidung, immerhin habe ich einen Job, gut er ist todlangweilig, aber immer noch… es nimmt jemand ab). „Guuuuten Tag!“, ich bin so nervös wie schon lange nicht mehr. Wird das alles gut gehen?

Mein erster Kuss mit meinem Mister Right war himmlisch und wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich noch heute wie auf Wolke sieben. Endlich scheint es so, als würden alle meine Träume in Erfüllung gehen. Heute, einen Tag danach, nur wenige Stunden nachdem wir beide uns verabschiedeten, fühle ich mich blendend. Voller Elan und mit einer Überdosis Glücksgefühle fliege ich förmlich durch meine Wohnung. Es ist Samstag und so gehe ich gleich nach dem Aufstehen zu meiner Lieblingsbeschäftigung über – dem Kaffee trinken. Ich bin aufgeregt und gespannt wie ein Flitzebogen, meine Hände zittern und meine Augen strahlen. Ihr fragt euch warum – Mister Right will sich heute beim mir melden. Zur Sicherheit hab ich ihm nochmal meine Handynummer gegeben. Im Morgenmantel und mit wild zerzausten Haaren sitz ich in meiner Küche und schlürfe diesen köstlichen, wohltuenden Kaffee. Für mich ist das Koffein wie ein Lebenselixier. Meine Gedanken kreisen nur um meinen aktuellen Traumboy und langsam fang ich an auf seinen Anruf oder eine SMS von ihm zu warten. Plötzlich – Bimbelimbim – es klingelt an der Tür. Gott, wer ist denn das, so früh am Morgen. Eigentlich kann es nur meine beste Freundin sein. Ein wenig verärgert öffne ich impulsiv die Tür „Man was willst du denn schon hiiiiiieeer!“, ich beginne zu stammeln – denn die Person die vor mir steht ist nicht my best friend. Er ist es! Ja richtig mein Mister Right. Er schaut mich an und hält eine Tüte mit super frischen Brötchen in die Luft (wie die duften…..). Langsam beginnt er zu schmunzeln: „Tolles Outfit. Hast du Lust mit mir zu frühstücken, schöne Frau?“. Langsam nicke ich und es fällt mir wie Schuppen von den Augen – ich trage ja nur diesen grausamen Bademantel.

Auch wenn ihr es kaum glauben könnt, aber ich habe mit ein bisschen weiblichen Charme und einem unwiderstehlichen Augenaufschlag geschafft, meinen Vermieter zum ersten gemeinsamen Kinobesuch zu überreden. Heute ist es nun endlich soweit und eigentlich muss ich mich auch langsam wirklich ranhalten. In Schale geschmissen habe ich mich ja immerhin schon – und ich kann euch sagen, ich sehe toll aus – na ja zumindest denk ich mir das. Aber Selbstvertrauen ist bekanntlich die halbe Miete. Jedenfalls sehe ich jetzt ganz schnieke aus und natürlich habe ich die einen oder anderen kleinen Fehler mit der passenden Schminke aus der Welt geschafft. Die Wimpern schön gepusht und die Lippen hübsch glänzend – so muss das doch was werden. Wenn ich ehrlich bin schlägt mir das Herz bis zum Hals und ich kann vor lauter Aufregung kaum stehen. Naja gut, was soll’s – jetzt hab ihn soweit und da muss ich wohl auch durch das Ganze durch. Irgendwie. Hauptsache ich lasse mir diese grausame Nervosität nicht anmerken. Es sieht ja nun einmal sehr doof aus, wenn ich gegenüber dem Mann meiner Träume kein Wort raus bringe. Eigentlich müsste er schon längst da sein, wo bleibt er denn nur? Gehört etwa auch er zu den Männern, die kurz vorm absoluten Gau einfach nicht auftauchen. Meine Hände sind nass, ich schwitze und mein Make-Up – oh mein Gott wie sehe ich eigentlich aus? Ich versuche noch mal einen Blick in den Spiegel zu werfen und plötzlich – Klingelingling… Vorsichtig öffne ich die Tür und da steht er vor mir. Er sieht toll aus, schon fast zum Anbeißen. Ob der Abend wirklich ein Erfolg wird? Werde ich meinen Kuss bekommen? Oder sitz ich morgen immer noch allein in meiner Wohnung?

Es ist soweit! Ich habe meine eigene Wohnung, also mein eigenes Leben. Endlich! Wie lange habe ich drauf gewartet! Heute Abend kommt meine Beste Freundin zu Besuch, ich hoffe ja, dass Ihr meine Bude gefällt. Ich war sehr fleißig und habe alles schon eingerichtet, so wie es mir gefällt. Es ist ein anderes Gefühl, wenn man weiß, dass man nun alleine entscheiden kann. Ich mache mich gerade schön, takele mich so richtig auf. Ich habe heute einen Spiele-Abend geplant, und noch ein paar andere Freunde, aus der Schulzeit eingeladen. Ich vermisse meinen Bruder, nur leider ist der im Moment zu weit weg, um Ihn einladen zu können. Ich bin sicher er ist sehr stolz, wenn er erfährt, das ich jetzt buchstäblich mein Ding mache. So eine eigene Wohnung ist sehr amüsant, da ich immer wieder neue Ideen entwickele, wie ich den Tisch hinstellen, die Wand bemalen soll. Klingelingeling…

Es war der Postbote. Ich habe einen Brief bekommen, von wem…. Nein!!!! Von meinem Vermieter, dem ganz süßen…. Mein Herz pocht, vielleicht wird das ja bald meine neue große Liebe?!? Er bittet mich, morgen Abend zu einem Essen mitzukommen, da er mich sehr gerne näher kennenlernen möchte. Jaaaaaa! Ich trällere. Ich glaube, so glücklich, wie ich heute bin, war ich schon lange nicht mehr. In den letzten Wochen schien alles noch so trist, ausweglos, langweilig. Und was ist jetzt? Ich habe das Gefühl mein ganzes Leben krämpelt sich um… Ich habe tatsächlich eine eigene Wohnung, mein eigenes Domizil, eigene Entscheidungsfreiheit und jetzt wahrscheinlich auch noch eine neue Liebe, die, wie ich glaube, etwas ganz Besonderes werden würde. Und heute Abend wartet die erste eigene „ Homeparty“ auf mich. Na dann, Prost, neues Leben! J

Ich sitze gerade in der Cafeteria, direkt gegenüber von meiner jetzigen Wohnung und begutachte die ganzen Leute die vorbeigehen. Wie viel Zeit ich hier verbracht habe, fast mein halbes Leben. Viele meiner Freunde sind weggezogen, doch ich konnte mir eigentlich nie vorstellen, diesen Ort zu verlassen. Ich schaue mir immer so gern die älteren Leute, und die Kinder an, die in den Straßen herumlaufen. Ich finde es interessant zu wissen, das die Alten soviel Erfahrung haben und vielleicht auch das ganze Leben hier verbracht haben, der Mann oder die Frau gestorben ist, und jetzt bald das Grab auf sie wartet. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Die Kinder wissen von so was noch gar nichts. Sie laufen durch die Straßen, spielen,  fallen hin und stehen wieder auf. Die Älteren Leute können das nicht mehr, sie sind in ihrem Leben schon sooft hingefallen und wieder aufgestanden, dass das Aufstehen irgendwann nicht mehr funktioniert. Normalerweise sollte ich hier sitzen, in der Zeitung blättern und Wohnungsannoncen studieren, aber ich finde es so schön, die Sonne lacht draußen und von meiner gestrigen Depression ist gar nichts mehr zu merken. Ich finde den Schnee auf einmal wieder so schön, gar nicht mehr kalt, wie er einst auf mich wirkte. Es fällt mir schwer. Wenn ich eine Wohnung bekommen sollte, in einem ganz anderen Ort, so bin ich gezwungen, mich von all dem zu trennen, den ganzen lebhaften Erinnerungen. Ich werde mich heute Abend hinsetzen und nach einer geeigneten Wohnung Ausschau halten, aber noch nicht. Noch genieße ich meinen Kakao und das schöne Wetter. Mir ist so, als könnte ich den Wind riechen. Mein Leben ist auf einmal so schön, so lebenswert, fantastisch. Aber bevor ich mich Neuem widmen kann, muss ich mit dem was war, mit meiner Vergangenheit abschließen. Denn irgendwann, im Leben jedes Menschen heißt es einmal: Time to say goodbye

Ich denke nach, wie sooft. Ich bin nun zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich selbst aufrappeln muss, um etwas zu erreichen. Es lohnt nicht über das Glück anderer zu weinen, wenn man selbst nicht versucht glücklich zu werden. Ich werde, nachdem ich Mittag gegessen habe, versuchen mein Auto noch mal zu starten, vielleicht geht es ja jetzt. Ich greife zum Telefon, um meinen ersten Vermieter anzurufen, mich zu entschuldigen, das ich zu meinem eigentlichen Termin nicht erschienen bin und meinen Charme spielen lassen- aber ich bin zuversichtlich. Piep, piep…. „ Guten Tag“ …Ja guten Tag, ich wollte mich entschuldigen, das ich gestern nicht zum Termin erschienen bin, aber mein Auto sprang nicht an- lag wohl an der Kälte, die herrscht. Können Sie mir eventuell einen neuen Termin geben? „Ah ja, ich erinnere mich, die nette junge Dame, die Ihre erste eigene Wohnung sucht, aber ich muss Sie leider enttäuschen, die Wohnung ist bereits vermietet… das tut mir sehr leid für Sie. Ich werde mich bei Ihnen melden, sobald ich neue Angebote habe. Und nun sitze Ich hier, auf meinen ganzen Sachen, die ich bereits gepackt habe, in meiner argen Vorfreude auf die eigene Wohnung, auf mein eigenes Leben. Früher war ich immer der Meinung, eigene Wohnung, eigenes Leben, eigenes Geld, eigenes Glück- aber der Weg dahin ist, wie ich sehe, sehr, sehr schwer. Aber das werde ich schaffen, da bin ich mir sicher, gleich morgen mache ich mich auf Anzeigensuche. Denn wie heißt es so schön? Wenn nicht jetzt, wann dann?

„Hallo“ ?

Meine beste Freundin meldet sich und fragt mich, was los ist….Immer wieder dasselbe, jetzt erkläre ich Ihr was passiert ist, und sie weiß natürlich sofort wieder was das Beste für mich ist. Darauf habe ich nun ehrlich keine Lust, aber es ist ja immerhin meine Freundin…Sie sagt, sie habe in der Stadt einen total tollen Typen kennengelernt, der Ihre Einkaufstüte runtergeschmissen, und sich hinterher vollkommen lieb darum gekümmert hat, das die ganzen Lebensmittel wieder im Beutel verschwinden….

Er hat sie zum Essen eingeladen, und sie weiß nicht, wie sie reagieren soll…Ich finde das schon dreist. Kaum habe ich mit meiner Vergangenheit und meiner verflossenen Liebe abgeschlossen, hat meine Beste Freundin nichts Besseres zu tun, als mir von Ihrer Einkaufs-Pannen-Bekanntschaft vorzuschwärmen. Ich lege meine gute Miene auf und sage Ihr, dass sie Ihn doch gerne treffen soll, warum auch nicht, vielleicht hat sie mehr Glück als ich…. Er ist so lieb, so nett, so unbeschreiblich hübsch. Blaue Augen, herrliche braune Haare und Haut wie Seide. Wie schön für Sie, denke ich, wie schön, da gilt nur eins, sich mit Ihr freuen, und sie zu motivieren sich selbst in Sachen Liebe einen „Tritt in den Allerwertesten zu geben.„ Sie schwärmt und schwärmt und ich fluche innerlich. Wieso geht es jedem gut, nur mir nicht? Ich heule vor Wut, irgendwie dreht sich bei mir alles im Kreis, immer hin, und her … Wutendbrand brülle ich Sie an: „ Mach doch, was du willst, werde doch glücklich mit deinem ach so tollen Hero… Und schon schmeiße ich das Telefon auf die Station!

Piep, piep! Mein Wecker klingelt, klingelt und klingelt. Ich drücke ihn aus, und stoße mir den Kopf – Aua.

Am liebsten würde ich noch liegen bleiben, es ist schließlich erst 8 Uhr, aber nein, wer schaffen will, muss fröhlich sein, und ich habe mir ja nun wirklich Einiges vorgenommen. Erster Blick aus dem Fenster. Ich stoße einen Jubelschrei aus- Ja, kein Schnee, mein Tag ist gerettet und meine neue Wohnung hoffentlich auch. Ich brauche einen Kaffee, sonst bin ich kein Mensch. Eine halbe Stunde später sitze ich in meinem Wagen, angeschnallt und fertig zur Abfahrt, stecke den Schlüssel ins Zündschloss und….. NEIN! NEIN! Mein Wagen rattert und rattert. Mist. Spring an, schreie ich, spring an, du verdammtes Auto. Ich habe mich wohl zu früh gefreut. Mein Wagen lässt mich heute im Stich, ich komme hier nicht weg, ich sitze fest….. dabei habe ich mich doch so auf die Wohnungsbesichtigung gefreut, wieso denn gerade jetzt? Wieso ich? Es ist ja gerade so als würde ich HIER schreien, wenn ein Problem vor der Tür steht. Hier her, hier her Ihr Probleme, seht Ihr nicht mein T-Shirt auf dem PROBLEM ganz groß geschrieben steht? Okay, ja, gute Idee, ich stelle mein Auto ab und lege mich wieder ins Bett, da kann ich wenigstens kein Unheil anrichten ….

 

Ich werde ein Jahr nicht mehr aus meinem Bett auftauchen, immer unter der Decke liegen bleiben und warten das was passiert, sich mein Leben von selbst regelt und mich jemand am Ärmel zupft….ich bin ja anscheinend selbst nicht in der Lage die kleinsten Dinge alleine hinzubekommen.