Ich hatte DEN Plan schlechthin. Der sexy Postbote ist sowieso schon immer eines meiner begehrteren Objekte gewesen. Es ist immer derselbe, braunhaarige, durchtrainierte, nette Mann, der mir zuzwinkert, wenn ich fertig mit Unterschreiben bin. Nachdem ich also meine beste Freundin Lara dazu bewegt hatte, mir ein Päckchen zu schicken (es würde sich wohl definitiv echter anfühlen, wenn ich es nicht selbst verschickt hatte) – denn nur so kommt der gute auch wirklich ganz bis vor meine Wohnung und nicht nur bis zu meinem schäbigen Briefkasten -, überredete ich sie dazu, Folgendes auf das Päckchen zu schreiben: „Lieber Postbote; Maja möchte dich heute sehr gerne zum Kaffee einladen. Komm’ doch einfach mal mit rein!“ Es ist der perfekte Plan gewesen. Wirklich! Erstens würde ich nicht noch großartig darauf eingehen müssen, denn wenn er an dem Angebot interessiert war, würde er sicherlich etwas dazu sagen. Naja, und wenn nicht, dann würde er einfach wieder gehen.
Der perfekte Plan. Wundervoll.
Ich bin früh aufgestanden. Ich habe mich lange hübsch gemacht, schließlich ist das bestimmt eines der überzeugenderen Argumente – gepflegtes Aussehen. Ich habe den Kaffee aufgesetzt (ok, der erweckt wohl Tote, aber auch damit kann man bleibenden Eindruck hinterlassen!). Ich habe meine Haare offen gelassen. Und ein Knopfloch mehr als sonst.
Das konnte einfach nicht schief gehen. Es war perfekt. Einfach smart.
*brrrring* Ich öffnete schwungvoll die Tür.
Uuuuups. Wer zum…? Dieser Mann war mindestens fünfzig Jahre alt. Er sah nicht mal gut aus. Und jetzt las er, was auf dem Päckchen stand. Scheiße.
„Ich würde sehr, sehr gerne reinkommen.“
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