Mittlerweile habe ich mich an meinem neuen Arbeitsplatz eingelebt. Die Kollegen sind nett und mein Aufgabenbereich ist abwechslungsreich – eigentlich habe ich einen Job gefunden, wie ich ihn mir immer gewünscht habe. Wenn nur nicht diese frühen Arbeitszeiten wären. Doch auch an diese konnte ich mich mittlerweile gewöhnen. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich jeden Tag, wenn ich aus meiner Wohnung gehe und mich auf den Weg zur Arbeit mache. Sie lenkt mich ab und füllt mich aus. So muss ich nicht lange suchen, um einen neuen Bereich zu finden, in dem ich mich einarbeiten muss. Eigentlich bin ich so etwas wie ein Mädchen für alles und nicht zuletzt deswegen muss ich mich immer wieder neuen Dingen stellen. Meine Chefin konnte sich für mich zu einer Art Schwester entwickeln und so begegnet sie mir mit einer ungemeinen Geduld. Doch auch wenn meine Arbeit Spaß macht und ich mir jeden Abend einen kleinen Berg voller Aufgaben in die heimischen vier Wände mitnehme, kommen mit dem neuen Job auch einige Probleme und diese finden sich, wie sollte es anders sein, in meiner Beziehung. Mein Freund findet es alles andere als prickelnd, dass ich noch bis spät in die Nacht Bücher über das Kontieren wälze und Buchungssätze lerne. So musste ich bereits die größten Moralpredigten über mich ergehen lassen. Da mich diese aber zur Weißglut bringen, schalte ich meine Ohren mittlerweile auf Durchzug und das mit einer ganz besonderen Freude. Ich lerne und arbeite und arbeite und lerne und schon lange habe ich mich nicht mehr so gebraucht gefühlt, wie in diesen Tagen.
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