Ich war auf einer Party. (Jetzt aber auf einer richtigen Party) Genaugenommen war es eher eine Art Society Event, und ich benutze jetzt dieses grässlich nichteingedeutschte Wort, um deutlich zu machen, dass es dabei um etwas „Höheres“ als einen einfachen Besauf-Discobesuch ging.
Meine Freundin Beate (so wie Uhse, das arme Mädchen hat es wirklich schwer getroffen) ist ein kleines eifriges Eichhörnchen, was beliebte und wohlhabende Kontakte angeht. Sie kennt sehr, sehr viele Leute, und weil sie immer freundlich ist und regelmäßig Prada Handtaschen erwirbt, mögen die Leute auch sie. Jetzt hat sich einer ihrer Deppen ausgedacht, auch mal mit dem „normalen Volk“ Kontakt aufzunehmen und hat sie überredet, einige Normalsterbliche einzuladen. „Putzibärchen, du musst wirklich mal raus aus deiner Wohnung! Du verkalkst mir hier noch!“ (ACH?!) Also habe ich mich auf die wir-beglotzen-arme-Leute-und-tun-so-als-wäre-es-Charity-Party schleppen lassen. Wer weiß, wer weiß, vielleicht interessiert sich ein reicher Schnösel für meine Nichtigkeit? (Dafür erniedrigt man sich sogar und geht zu solch einem Event…)
Kaum angekommen machte ich die größte Entdeckung des Jahrhunderts. Eheleute schmissen die Party mit viel Champagner, wobei man am Anfang nur den Ehemann kennen lernte – sieht nach sehr viel Macht aus. Und dann betrat SIE das Zimmer. SIE war mit Abstand das schönste weibliche Wesen, das ich jemals zu Gesicht bekommen habe – leicht geheimnisvoll, untertönig rebellisch und dabei sehr zart. Verlogen und gleichzeitig ein Engel. Irgendwie undurchschaubar, aber sehr, sehr faszinierend. Der Effekt wurde noch gesteigert durch ihren Ehemann. Was für ein Bond-Girl. Was für ein Effekt. Ich will das auch.
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