Maja Sterns Flirt-Blog

Mein ganz privater Flirt Blog

Es ist Samstagmorgen, noch einmal drehe ich mich müde in meinem Bett hin und her und versuche mich zum Aufstehen zu motivieren. Samstag ist für mich einer der schönsten Tage überhaupt, natürlich erst nachdem ich meinen Mister Right kennenlernte. Er liegt neben mir, grunzt fröhlich vor sich hin. Soll ich ihn wecken? Vorsichtig stehe ich auf. Nun ja, so vorsichtig und nun einmal auch elegant wie ich bin, stoße ich mich an dem Schrank im Schlafzimmer – Auuuaaa! Ich kann mir mein Schreien geradeso verkneifen, doch die Tränen schießen mir förmlich in die Augen. Mit wässrigen Augen laufe ich in meine Küche. Mein erster Griff ist die Kaffeemaschine. Ich versuche so leise zu machen, wie es nur geht. Immerhin möchte ich meinem Freund nicht aus den Träumen reißen. Als ich mich umdrehe um nach dem Kaffee zu greifen, kommt mir eine ganz neue Idee. Warum soll ich mir eigentlich immer die Arbeit mit Essen, Trinken und dem Ganzen anderen machen. Eigentlich könnten das doch auch mal andere. Ich stelle die Kaffeekanne zur Maschine und warte darauf, dass das schwarze Gold, für mich ist es wirklich Gold, durchgelaufen ist. Ich stehe auf dem Balkon, gemütlich rauche ich die erste Zigarette an diesem Tag. Als ich mich umdrehe, steht er vor mir. Ich finde ihn noch genauso toll wie am ersten Tag, auch wenn er wahrlich nicht perfekt ist. Er hat nur eine Boxershorts an. Ich könnte ihn um den Arm fallen. Vorsichtig zieht er mich zu sich und nimmt mich in den Arm. Seicht streichelt er meinen Rücken. Ich fühle mich geborgen, beschützt und immer wenn ich in seinen Armen liege bin ich glücklich.

Ihr werdet es kaum glauben, aber ich habe den Job in dem Unternehmen bekommen. In zwei Wochen sitze ich jeden Tag als Vorzeigevorzimmerdame in diesem recht arrogant wirkenden Büro. Auch wenn es nicht so klingt, aber ich freue mich auf meine neue Arbeit, immerhin kann ich jetzt wirklich sagen: Adjö du schnarchiges Call Center. Ich bin glücklich, ja so richtig happy. Doch mal ehrlich, ich wäre ja nicht Maja Stern, wenn ich nicht vor dem nächsten Problem stehen würde. Ausnahmsweise hat das auch überhaupt nichts mit meinem Job zu tun. Auch wenn mit meinem Mister Right eigentlich alles glatt läuft, fehlt mir irgendwas. Vielleicht sollte ich euch die Situation erst einmal richtig erklären. Mein Mister Right oder derzeit gerade große neue Liebe arbeitet viel – eigentlich sogar Nonstop. Gut auch ich arbeite gern und bin viel unterwegs, doch er, er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Workaholic. Um noch mehr ins Detail zu gehen – ein Arbeitstier. Nun ja, dank seiner wunderschönen Arbeit, die ich übrigens zutiefst hasse, sehen wir uns selten, um nicht zuletzt zu sagen kaum. Manchmal kommt er am Abend, nach einem 14 Stunden Tag noch zu mir. Denkt bloß nicht, dass dann noch irgendwas läuft. Ganz im Gegenteil – er fällt ins Bett und verzaubert mich mit seinem wundervollen und schiefen Schnarchen. Fröhlich grunzt er vor sich hin und ihr könnt mir glauben, dass er mehr als nur einen Baum fällt. Vielleicht versteht ihr mich ja noch nicht richtig, deswegen rede ich mal Tacheles. Mein Sex- oder vielleicht humaner ausgedrückt Liebesleben ist alles andere als erotisch oder gar befriedigend. Ich glaube eine Packung Schlaftabletten erlebt mehr als ich, die hat wenigsten von Zeit zu Zeit ihren Höhepunkt.

Mit meinen Unterlagen unterm Arm bin ich losgezogen, zu meinem „persönlichen Gespräch“, also in meinen Augen zu einem Vorstellungsgespräch und meine Nervosität war natürlich mit an Bord. Gut ich kam ein paar Minuten zu früh an, doch das ist ja immer noch besser als zu spät. Nun sitze ich hier, in dieser Empfangshalle, warte dass ich aufgerufen werde. Zielstrebig lege ich mir einige Sätze zurecht. Eigentlich spielt sich das Vorstellungsgespräch bis ins kleinste Detail in meinem Kopf ab, wenn ihr versteht was ich meine. „Frau Stern, kommen Sie bitte!“. Langsam stehe ich auf, ich habe hohe Schuhe an, oh Gott hoffentlich stolpere ich nicht. Nervös zupfe ich an meiner Jacke und folge der etwas, naja sagen wir mal, autoritär aussehenden Dame in Schwarz. „Nehmen Sie doch bitte Platz“, die gute Frau zeigt energisch auf einen Stuhl. Selbstverständlich sage ich ganz vorbildlich danke, aber wenn ich ehrlich bin, erinnert mich diese Frau ein wenig an einen wahren Drachen. Auf jeden Fall ist sie arrogant. Mit ihrem strengen Blick mustert sie mich und meine Kleidung – von oben nach unten und von unten nach oben – ich komme mir vor wie bei einer Fleischbeschauung, aber gut, auch das lasse ich über mich ergehen. Ihre Fragen löchern mich förmlich. Warum haben Sie sich bei uns beworben? (Na warum wohl, wegen dem Geld natürlich – keine Angst, das sind nur meine Gedanken). Nun greift sie auch noch zu meiner Bewerbungsmappe. „Naja, ihr Abschlusszeugnis ist ja nicht gerade das Beste!“ Energisch rückt sie ihre Brille nach oben. Nach minutenlangen Überlegungen fällt mir ein, an wen mich diese Frau erinnert – an Frau Rottenmeier aus dem Trickfilm Heidi. Die Beiden könnten glatt Zwillingsschwestern sein.

Nach einer kurzen Vorstellung am Telefon hat mich das Unternehmen zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. „Bitte bringen Sie Ihre Referenzen und Zeugnisse mit Frau Stern“, immer wieder geht mir dieser Satz durch den Kopf. Wenn ich ehrlich bin, weis ich nicht warum, doch das Jobangebot hört sich richtig interessant an. Heute ist es nun endlich soweit. Punkt 14 Uhr muss ich mich bei dem Unternehmen vorstellen. Natürlich habe ich meinem Mister Right davon erzählt und auch er fand die Idee gar nicht so übel. Nun liegt es aber an mir, dass ich das Beste daraus mache – wie immer also. Ich sammele alle meine Unterlagen zusammen, werfe einen Blick auf meine Zeugnisse und mal ehrlich, wenn ich Arbeitgeber wäre, ich würde diese nicht gerade als ansprechend werten, aber egal – ich habe den Termin und da muss ich auch durch. Nun stehe ich aber vor einem der wohl größten Probleme: Ich brauche das passende Outfit. Immerhin muss ich seriös, aber eben auch nicht zu aufdringlich wirken. Suchend und verzweifelt stehe ich vor meinem Kleiderschrank – ich habe nichts, aber wirklich gar nichts anzuziehen. Bimelebimbim… es klingelt. Wer ist denn das schon wieder? Wenn ich eines nicht gebrauchen kann, dann ist es Besuch. Ich muss mich doch noch anziehen. Meine beste Freundin steht vor der Tür – gut okay, sie könnte sich wirklich als wahre Hilfe entpuppen. Ich bekomme kaum ein Hallo heraus und ziehe sie aufgeregt zu meinem Schrank. „So was soll ich anziehen zu meinem Termin?“. Ein wenig entgeistert schaut sie mich an und grinst. Sie hat einen Plan, das sehe ich ihr an. Kurz darauf: zack, zack und nochmals zack: ich bin angezogen. Doch nun kommt die Aufregung. Werde ich einen guten Eindruck hinterlassen?